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Kunfermann Bodenleger Chur

Parkett. Von Natur aus komplett

1. Rohstoff Holz

Die Basis unseres Parketts ist Holz, der einzig nachwachsende Rohstoff unserer Natur. In den nachhaltig genutzten Wäldern Europas steht uns genügend von diesem qualitativ hoch stehenden Rohmaterial zur Verfügung. Holz ist auf dem besten Weg, zum Rohstoff des 21. Jahrhunderts zu werden.
Die Holzbretter aus der Sägerei werden in der Parkettfabrik zu Rohlingen (Friese) geschnitten, getrocknet und zu Parkettelementen verarbeitet. Dies, ohne die natürlichen Eigenschaften des Materials Holz stark zu verändern.


2. Holzarten

Laubholzarten (Hartholzarten) eignen sich wegen ihrer Härte am besten für Parkett. Eiche, Buche, Esche und Ahorn sind die beliebtesten und meistgefragten Holzarten. Weitere für Parkett verwendete einheimische (europäische) Holzarten sind Birke, Kirsch- und Nussbaum. Lärche, Kiefer und Fichte als typische Vertreter der Nadelhölzer (Weichhölzer) werden nur ab und zu eingebaut. Exotenhölzer, die, vor allem wegen ihrer grossen Härte, vorab im öffentlichen Bereich eingesetzt werden, haben in der Schweiz einen sehr geringen Marktanteil.


3. Eigenschaften

Schwinden und Quellen sind natürliche Eigenschaften von Holz. Im Winter (Heizperiode), bei tiefer Raumluft- feuchtigkeit, trocknet das Holz aus (Schwinden). Dabei kann sich ein gewisses Fugenbild zwischen den einzelnen Parkettelementen ergeben. Im Sommer nimmt das Holz Feuchtigkeit aus der Luft auf und wächst (Quellen). Im Jahresablauf können somit kleine, natürliche Veränderungen zwischen den einzelnen Parkettelementen entstehen. Mit einer konstanten relativen Raumluftfeuchtigkeit (Luftbefeuchter) von ca. 45-50% kann im Winter ein minimalstes Fugenbild erzielt werden. Nicht alle Holzarten reagieren jedoch auf Feuchtigkeitsveränderungen in gleichem Masse.

Grundsätzlich ist die Verlegung von Parkett auf Niedertemperaturbodenheizungen (maximale Oberflächentemperatur im Parkett 26-27° C) mit den heutigen Verlegetechniken kein Problem, und es können praktisch alle Parkettarten verwendet werden. Um aber auch hier das Schwinden und Quellen möglichst zu minimieren, sollte unbedingt das technische Merkblatt Nr. 5 "Parkett auf beheizten Untergrund" der ISP beachtet werden.

Die Härte (gemessen als <Brinelhärte>) kann eine weitere positive Eigenschaft des Parketts sein. Je nach Holzart (Wachstumsstruktur) ist sie sehr unterschiedlich. Eiche, Buche und Esche sind etwa gleich hart. Ahorn, Birke, Kirschbaum sowie andere einheimische Edelhölzer sind etwas weicher als die Vorgenannten. Weicher, und somit in ihrem Einsatzgebiet eingeschränkt, sind die Nadelhölzer. Deutlich härter als die besten einheimischen Holzarten sind die Exotenhölzer sowie der kanadische Ahorn.
Stöckelabsätze, spitze auf den Boden fallende Gegenstände, falsche Stuhl- oder Möbelrollen und andere extreme Punktbelastungen können jedoch bei jeder Holzart Eindrücke oder Verletzungen der Oberfläche hinterlassen.

Jedes Holz hat seine eigene Struktur und Farbe. Diese kann durch die Oberflächenbehandlung intensiviert oder natürlich belassen werden. Durch das Tageslicht (UV- und Sonnenstrahlung) werden die meisten Holzarten dunkler und die Farben intensiver. Nur wenige Holzarten werden mit der Zeit heller. Die natürlichen Verfärbungen sind in den ersten zwei Jahren nach der Verlegung am stärksten. Natürliche Farbdifferenzen innerhalb einer Holzart gleichen sich an. Starkes Sonnenlicht beeinflusst das Holz. Durch eine neue Oberflächenbehandlung (Abschleifen und Versiegeln) kann die Originalfarbe wieder hergestellt werden.


4. Produktepalette / Verlegearten

Bei Parkett unterscheidet man zwischen Massivparkett und Mehrschichtparkett. Massivparkett besteht aus einem Holzstück in der ganzen Dicke und kann 8 bis 22 mm dick sein. Mehrschichtparkett kann aus zwei, drei oder noch mehr verschiedenen Holzlagen konstruiert sein. Beide Produktegruppen können ab Werk mit roher oder fertig behandelter Oberfläche bezogen werden. Man spricht dabei von Roh- oder Fertigparkett. Werkbehandelte Fertigparkettböden sind versiegelt, geölt oder gewachst.

Auch in Bezug auf die möglichen Verlegearten ist die Auswahl gross. Man unterscheidet hier zwischen "genagelter", "verklebter" und "schwimmender" Verlegung.
Die älteste Parkettverlegeart ist das Vernageln der einzelnen Holzelemente auf eine nagelbare Unterlage wie Blindboden, Lattenrost oder Holzwerkstoffplatten. Diese Verlegeart wird heute nur noch selten ausgeführt (Renovationsobjekte, Sportböden usw.).
Die vollflächige Verklebung erfordert einen ebenen, sauberen und trockenen Untergrund (Zementunterlagsboden, Anhydritunterlagsboden oder Holzwerkstoffplatten). Diese Verlegeart wird vorallem bei Roh- und Zweischichtparkett angewendet und ist bestens geeignet für Bodenheizungen.
Schwimmend verlegt heisst, dass das Parkett nicht fest mit dem Unterboden verbunden wird. Es wird zusätzlich eine Zwischenlage als Trittschall- oder Wärmeisolation zwischen Parkett und Untergrund eingebaut. Das Parkett liegt somit ohne feste Verbindung zum Untergrund, aber in sich verbunden, auf der Zwischenlage. Die schwimmende Verlegung eignet sich unter anderem speziell bei Renovationen, zur Verbesserung der Trittschallisolation, bei Untergründen mit nicht abbaubaren Klebstoffen und zur Erhöhung des Gehkomforts.


5. Dessinvielfalt und Einsatzgebiete

Formate, Dessins, Muster und Holzfarben sind in einer grossen Vielfzahl vorhanden und können nach Wunsch kombiniert werden. Der Phantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt.
Vom kleinformatigen Mosaikparkett über Schiffboden-Riemen bis hin zu sehr grossen, langen und breiten Brettern, sogenannten Landhausdielen, ist der Planer oder Bauherr frei in seinen Gestaltungswünschen. Parkett kann als Würfel, Riemen (Verlegeart englisch oder Schiffboden), Fischgrat, Tafeln mit Fries und Bordüre oder vielen anderen Dessins verlegt werden. Je nach Laufrichtung des Holzes oder der Parkettelemente kann dem Raum eine optische Note beigefügt werden. Es können auch verschiedene Holzarten mit unterschiedlichen Farben miteinander kombiniert werden.

Die Einsatzgebiete von Parkett sind vielfältig. Vom privaten Wohnbereich über Büros, Schulzimmer bis zum stark frequentierten Restaurant oder Gemeindesaal eignet sich Parkett hervorragend als Bodenbelag. Bei der Auswahl ist neben der Härte vor allem auch auf die Strukturierung und das Verhalten des Holzes zu achten. Die Wahl der Oberflächenbehandlung, abgestimmt auf die Benutzungsart, ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor für die Dauerhaftigkeit eines Parkettbodens.


6. Oberflächenbehandlungen

Weit über die Hälfte der in der Schweiz verlegten Parkettböden werden heute als Fertigparkett verlegt. Es handelt sich dabei um wohnfertige, mit lösemittel- und formaldehydfreien UV-härtenden Acrylatlacken versiegelte oder geölte/gewachste Parkettprodukte. Auf der Baustelle gelangen vorwiegend wasserhaltige Lacke zum Einsatz. Lösungsmittelhaltige Polyurethanlacke (DD-Lacke) werden zum Teil noch im öffentlichen Bereich mit extremer Beanspruchung eingesetzt, während Ölkunstharzlacke wegen ihrer gleithemmenden Eigenschaften praktisch auf den Sportbereich beschränkt bleiben. In den letzten Jahren haben die wasserhaltigen Lacke durch ständige Weiterentwicklung eine wichtige Bedeutung erreicht. Sie können sowohl für den Wohn- wie auch für den öffentlichen Bereich eingesetzt werden. Alle Lackarten sind zudem in verschiedenen Glanzgraden erhältlich.
Neben den filmbildenden Versiegelungen gibt es noch Öl- und Wachsbehandlungen oder sogar Kombinationen von Öl und Wachs. Ziel dabei ist eine natürliche und matte Parkettholzoberfläche, welche aber eine häufigere Nachbehandlung erfordert.

Wichtig:
Verschiedene, oft farbige Teppichunterlagen als Gleitschutz haben grosse Weichmacheranteile. Diese können in/durch die Versiegelung wandern und zu Verfärbungen führen. Ebenso führen dampfsperrende Unterlagen zu Verfärbungen und Verformungen. Gummirollen unter allerlei Wagen/Möbel oder Autopneus können auch zu Verfärbungen führen durch Weichmacherwanderungen.


7. Lebensdauer und Renovierbarkeit

Parkett ist der einzige Bodenbelag, der teilweise oder ganz renoviert werden kann. Bei starken Beschädigungen können einzelne Parkettelemente ausgewechselt werden. Bei Fertigparkettelementen kann dies ohne Schleifen und Versiegeln oder Ölen/Wachsen geschehen. Aber auch die ganze Fläche kann jederzeit neu überarbeitet werden (Schleifen und neue Oberflächenendbehandlung). Beim Abschleifen eines Parkettbodens werden etwa 5-7 Zehntelmillimeter Holz abgetragen. Somit kann auch ein Mehrschichtprodukt mit 4 mm Nutzholzstärke mindestens zwei- bis dreimal renoviert werden. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer einer Oberflächenbehandlung 10 bis 15 Jahren erreichen somit alle Parkettböden das vom Schweizerischen Hauseigentümer Verband definierte Erwartungsalter von 40 Jahren. Parkettböden mit Nutzstärken von 6, 8 oder mehr Millimeter sind somit meistens über viele Generationen im Gebrauch.
Bezüglich Reparaturmöglichkeiten gibt das Merkblatt Nr. 13 der ISP "Reparaturen an verlegten Parkettflächen - Möglichkeiten" Auskunft.


8. Reinigung und Pflege

Naturprodukte wie Holz erfahren durch äussere Einflüsse eine natürliche Alterung. Kleine Kratzer, Flecken und andere Spuren des täglichen Gebrauchs führen zu einer natürlichen Patina und verleihen dem Parkett eine persönliche Note.
Mit den nachfolgenden Pflegemöglichkeiten kann das Parkett aber über lange Zeit seine Echtheit und Wärme erhalten und so seinen Zweck erfüllen.
Alle Parkettböden können durch Staubsaugen oder gelegentliches Feuchtwischen sauber gehalten werden. Moderne Mikrofasertücher zeichnen sich durch sehr gute Reinigungseigenschaften auf Parkett aus. (Vorsicht: nicht alle Mikrofasertücher sind für die Parkettreinigung geeignet.) Niemals darf eine Nassreinigung oder ein Dampfgerät eingesetzt werden. Mit geeigneten Parkettpflegemitteln oder Wachsbehandlungen können Versiegelungen zusätzlich geschützt, aufpoliert oder im Glanzgrad verändert werden. Geölte und gewachste Holzoberflächen müssen regelmässig nachbehandelt werden. Der Pflegeaufwand ist vor allem im Neuzustand grösser als bei versiegelten Flächen. Mit der Zeit tritt auch bei geölten und gewachsten Böden eine Sättigung ein, so dass der Mehraufwand geringer wird.
Eine ausführliche Pflegeanleitung ist unter "Merkblätter", bei der ISP oder einem ISP-Parkettfachgeschäft erhältlich.


9. Parkett und die Umwelt

Die Herstellung von Parkett erfolgt heute unter Berücksichtigung aller umweltrelevanten Gesichtspunkte. Unser Rohstoff Holz lebt uns das Kreislaufprinzip vor. Für die Parkettindustrie ist ökonomisches und ökologisches Handeln eine Selbstverständlichkeit: Die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, die optimale Ausnützung des vorhandenen Rohmaterials bis hin zur Verbrennung der Abfälle und des Sägemehls für Heiz- und Energiezwecke, der Einsatz von modernster Maschinen- und Computertechnologie sowie der minimalste Einsatz von lösungsmittelhaltigen Leimen und Lacken sind einige Beispiele dafür.

Die Parkettverlegung erfolgt heute ebenfalls nach ökologischen Kriterien. Mehrheitlich lösungsmittelfreie Dispersionskleber und Wasserlacke werden von den Parkettverlegern verarbeitet. Spezialklebstoffe und Versiegelungen auf der Basis von Polyurethan u. ä. werden selten und nur in Spezialfällen eingesetzt.

Den hohen und vielfältigen Anforderungen punkto Umweltschutz, Umweltbelastung und haushälterischem Umgang mit Rohstoffen und Energie trägt die Parkettbranche voll Rechnung. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber Natur, Umwelt und Konsument bewusst.
 

Weitere technische Informationen finden Sie zusätzlich auf unseren Merkblättern.

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